Millionen Menschen haben am 12.08.2026 das Ereignis der Verdunkelung durch den Mond wahrgenommen. Die Sonnenfinsternis hat für Augenblicke auch die eruptiven Feuer der Sonne sichtbar werden lassen. Mehr denn je wurde mir bewusst; die Sonne ist «stärker», als die Erde.
Ich weiss nicht, wie es dir geht, wenn du daran denkst, dass
unsere grünen Lungen brennen, unsere Wasserspeicher, die Gletscher fast völlig verschwunden sind, die Meere überhitzt, Stauseen ausgetrocknet, Grundwasser im Allezeit-Tief, die Oberflächen-Versiegelungen in Städten und Gemeinden exorbitant zunimmt, der Permafrost taut und Kohlendioxid, Methan und Lachgase freigibt. Ich finde es nicht lustig und lasse mich davon berühren. Warum?
→ Eine Sache wird niemals einfacher oder anders, indem wir wegschauen. Erst wer wahrnimmt, sich auch seinen eigenen Ängsten stellt, sich emotional bewegen lässt, kann verändern.
Im Südwesten Deutschlands und in der nördlichen Schweiz haben wir anhaltende Hitzetage seit Mitte Mai mit zwischen 32 bis 52 Grad im Schatten, den’s ja bekanntlich nicht mehr gibt. Ich sage das so deutlich, denn meine Pflanzen können sich nicht bewegen und die Tiere, selbst unter Büschen, können sich nicht herunterkühlen. Ich lebe zwischen Rhein und Bodensee. Der Rhein führt aktuell nicht mal mehr ein Drittel der Wassermenge, die er einst führte, dem Bodensee geht es gleich und er «verlandet».
Ich habe 500 qm wilden Garten, der, kaum dass ich ihn angelegt habe, stirbt. 220 einheimische Arten, ca. 800 Pflanzen plus darin. Seit drei Jahren pflanze ich nach, zwischen 30 bis 50 Pflanzen in vier Monaten. Durch anhaltende Trockenperioden mit extremen Windlagen – trockene und inzwischen sogar heisse Bise mit hohen Geschwindigkeiten – sterben viele Pflanzen, bevor sie wurzeln können. Der Boden dörrt aus und versandet. Bäume ziehen vor Hitzestress Luft und bekommen Thrombose. Auch kein Witz, denn auch das endet tödlich.
Drei von fünf Jungvögeln in meinem Garten überleben nicht den ersten Tag ausserhalb des Nestes oder sie sterben wenige Tage später. Erst die Nestflucht aufgrund von Hitze und nachher der Nahrungsmangel führen zu dieser Frühsterblichkeit. Larven, Würmer und Käfer fehlen, weder Fliegen, noch Mücken, noch Schnecken sind auffindbar. Vor wenigen Tagen haben eine ausgewachsene Blaumeise und ein Jungsperrling die Hitze nicht überstanden. Den einen fand ich apathisch, den anderen verzerrt flatternd. Beide hatten einen Hitzschlag und ihre letzten, verzweifelt klingenden piepsigen Schreie, als ihre Seele ihren winzigen Körper verliess werde ich nicht vergessen. Die beiden sind nicht die ersten, die ich in diesem Jahr so vorfand und nicht mehr retten konnte.
Die Insekten kann ich locker zählen. Brummten, summten und flogen vor vier Jahren noch ganze Schwärme, zähle ich heute sechs Hummeln, zehn Wildbienen, zwanzig Gallvespen, eine äusserst friedliche Bienenart, drei Kohlweisslinge, zwei Tagpfauenaugen, einen Admiral, einen Zitronenfalter, einen Kaisermantel. Nicht alle gleichzeitig, nur zusammengezählt. Von fünf schwarzen Holzbienen hat es in diesem Jahr nur eine geschafft und auch nur bis Mitte Juli, als der Muskateller Salbei noch blühte. Jetzt fehlen Blüten, alles ist verbrannt, sogar die wilde Karte vertrocknete, bevor sie Samen ausreifen konnte.
Habe ich Kinder? Nein. Gebe ich auf? Keineswegs!
Ich sehe und spüre die Erdbeben, Bergstürze, die sich ausdehnenden Wüstenzonen, ausgetrocknete Flüsse und Seen, brennende Wälder, häufigere Vulkanausbrüche.
Wofür haben wir, politisch legitimiert, genügend Wasser?
Für Felder mit Kopfsalat, bewässert über Feuerwehrschläuche ab 4 Uhr morgens, für Massentierqual und für riesige Neubauten, Rechenzentren, die Strom «fressen», auch mit Wasserkraft, die jetzt schon nicht mehr vorhanden ist. Im kleinen Kanton SH sind es gleich zwei dieser Zentren, eines noch in der Genehmigungsphase. Aber da wir ja «mit der Zeit gehen müssen», ist klar, dass auch Wasser, das schwindet, schön gerechnet wird.
Wir Menschen können einfach alles. Ist alles eine Frage der Zahlen.
Ich überlege, wie wir 08/ 2026 bei Warnstufe Orange, auf der Skala 4 von 4 für Dürre, Kindern «Zukunft» erklären und bieten können.
Können wir irgendwann von Datenmengen leben?
Wird KI Trinkwasser generieren können?
Meine Sicherungen glühen.
Schön warm, oder?
#Wahrnehmen #Bewegen #Wandeln